Kirsten Fründt

Kirsten Fründt


- genau die Richtige. Landrätin für Marburg-Biedenkopf.

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Still bleiben ist keine Option

#TeamKirsten#TeamKirsten

Annelies Marie „Anne“ Frank wäre heute 90 Jahre alt geworden. Hätte man sie nicht ermordet. Sie und Millionen anderer Menschen. Weil sie vermeintlich „anders“ waren. Sagten die Nazis. 

Seit 2002 veranstaltet der Verein I SEE e.V. jedes Jahr eine Studienfahrt für Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen der Richtsberg Gesamtschule. Nach Krakau und in die KZ-Gedenkstätte nach Auschwitz. Darüber, ebenso wie über die Geschichte des Vernichtungslagers, das Leben in Krakau, im Ghetto damals und in der heutigen weltoffenen Stadt, berichten Erich Schumacher und Thomas Ferber in ihrem Band „Im Angesicht der Ermordeten“. 

Ich selbst bin 2005 als begleitender Elternteil mitgefahren. Das was mit einem geschieht, wenn man diesen Ort betritt, der allein dafür errichtet wurde, möglichst viele Menschen zu ermorden, ist kaum in Worte zu fassen. Für das Büchlein habe ich es dennoch versucht. Dessen Untertitel lautet „Das Schweigen der Opfer nicht überhören“. Das passt.

Man kann, einmal dagewesen, das Schweigen der dort um ihr Leben gebrachten Menschen nicht überhören. Hören ist das Eine. Das andere ist das Reden. Ronald Lauder, der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, sagte einmal: „Auschwitz ist eine ewige Erinnerung für die Menschen, was passieren kann, wenn man zulässt, dass Hass sich ausbreitet und die Welt angesichts des Bösen still bleibt.“

Und er hat Recht. Still bleiben ist keine Option. Wenn andere, sei es wegen ihrer Tradition, ihres Glaubens, ihrer Herkunft, ihrer Sexualität oder politischen Überzeugung verunglimpft, geschmäht, beleidigt, ausgegrenzt werden, ist still bleiben keine Option.

Nicht im Festzelt, nicht auf dem Pausenhof, nicht im Bus und nicht auf der Straße. Und erst recht nicht in der Politik.